Zollgebühren | Wichtige Begriffe und Erklärungen

In einer globalisierten Welt sind Importe und Exporte alltäglich geworden, doch ein völlig unbeschränkter internationaler Warenfluss existiert noch nicht. Nationale Gesetze und internationale Abkommen regeln den Güterverkehr detailliert, was oft zu hohen Zusatzkosten bei Einfuhr und Ausfuhr führen kann. Diese Zusatzkosten setzen sich aus Zollgebühren, Zollkosten und Steuern zusammen, deren genaue Kalkulation entscheidend ist. Dieses Glossar über Zollgebühren soll Klarheit über die Unterschiede und Berechnungen bieten.

Was sind Zollgebühren und warum fallen sie an?

Zollgebühren, oft einfach als „Zölle“ bezeichnet, sind Abgaben auf eingeführte Güter, die beim Grenzübertritt erhoben werden. Für Importeure erhöhen diese Zölle die Kosten der Waren, was sich üblicherweise im Verkaufspreis widerspiegelt und somit an Groß-, Zwischen- und Einzelhändler weitergegeben wird.

Zölle dienen jedoch nicht nur dazu, staatliche Einkünfte zu generieren, sondern haben auch eine regulatorische Funktion. Sie können dazu beitragen, den Preis von importierten Waren anzuheben, insbesondere wenn diese zu extrem niedrigen Preisen angeboten werden. Dies hilft, einheimische Produkte konkurrenzfähig zu halten und schützt die heimische Wirtschaft vor unfairem Wettbewerb.

Die Erhebung, Überwachung und Durchsetzung von Zöllen erfolgt durch staatliche Behörden, die spezielle Verfahren und Kontrollen implementieren, um die Einhaltung der Zollvorschriften sicherzustellen.

 

Wissenswert! Unterschiede zwischen Zollgebühren und Zollkosten 

Zollgebühren und Zollkosten sind beide wesentliche Bestandteile der Zusatzkosten bei der Ein- und Ausfuhr von Waren, unterscheiden sich jedoch in ihrer Natur und Zielsetzung:

  • Zollgebühren sind obligatorische Abgaben auf den Warenwert, gezielt zur Einnahmenerhöhung und zum Schutz der heimischen Wirtschaft.
  • Zollkosten sind zusätzliche Ausgaben, die durch administrative und logistische Prozesse im Rahmen der Zollabfertigung entstehen.

 

Ein klares Verständnis beider Komponenten ist entscheidend, um die Gesamtkosten des internationalen Warenhandels präzise kalkulieren zu können.

Die verschiedenen Arten von Zöllen

Zölle gliedern sich in Einfuhrzoll, Durchfuhrzoll und Ausfuhrzoll:

  • Einfuhrzoll: Für importierte Waren, in der EU nur an Außengrenzen. Seit Brexit auch für UK-Handel relevant.
  • Durchfuhrzoll: Früher auf Transitwaren, heute weitgehend abgeschafft (Ausnahme: Transitgebühren).
  • Ausfuhrzoll: Schützt heimische Märkte, verteuert Exporte und wird von der WTO reguliert.

 

Wissenswert! Unterschied: Zollgebühren und Einfuhrabgaben

Zollgebühren sind Teil der Einfuhrabgaben, zu denen auch Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) und Verbrauchsteuern (VSt) gehören.

  • EUSt: Entspricht der Mehrwertsteuer und fiel 2021 in Deutschland mit rund 63 Mrd. Euro an.
  • VSt: Betrifft u. a. Alkohol, Energie und Tabak, brachte 2021 etwa 62,6 Mrd. Euro ein.

Zollgebühren: Berechnung und Beispiele

Zollgebühren fallen ab einem Warenwert von 150 € an und richten sich nach dem Zollsatz der Ware.

Berechnung:

  • Zollgebühren = Zollwert (Kaufpreis + Versand bis zur EU-Grenze) × Zollsatz
  • EUSt = (Zollwert + Zollgebühren) × 19 %

 

Beispiel: Ein Hemd aus China (Kaufpreis 200 €, Versand 20 €) mit 12 % Zollsatz:

  • Zollgebühren: 220 € × 12 % = 26,4 €
  • EUSt: (220 € + 26,4 €) × 19 % = 46,78 €
  • Gesamtabgaben73,18 €

Zusammenfassung

Zollgebühren und Einfuhrabgaben stellen wichtige Kostenfaktoren im internationalen Handel dar, die sowohl der Staatseinnahme als auch dem Schutz der heimischen Wirtschaft dienen. Während Zollgebühren spezifisch auf den Warenwert erhoben werden, umfassen Einfuhrabgaben auch die Einfuhrumsatzsteuer und mögliche Verbrauchsteuern. Eine präzise Kalkulation dieser Kosten ist entscheidend für Importeure, um Wettbewerbsvorteile zu bewahren. Ein Beispiel zeigt die Berechnung von Zollgebühren und Einfuhrabgaben am Import eines Hemdes aus China, wodurch sich die Gesamtkosten für den Importeur nachvollziehbar darstellen lassen.