Werkverkehr | Definition & Aufgaben
Der Werkverkehr gehört zum Alltag vieler Unternehmen. Gemeint sind damit Transporte mit eigenen oder angemieteten Fahrzeugen, die nur für eigene Zwecke unterwegs sind. Es handelt sich dabei nicht um eine Vertragserfüllung für Dritte.
Transportiert werden Rohstoffe, Maschinen oder Werkzeuge. Geregelt wird der Werkverkehr im Güterkraftgesetz. Eine spezielle Genehmigung wie im gewerblichen Güterverkehr ist nicht erforderlich. Ansonsten gelten aber auch bei diesen Transporten die übrigen Vorschriften zu Verkehr, Technik und Fahrpersonal.
Werkverkehr: Definition
Gemäß Güterkraftverkehrsgesetz § 1 Absatz 2, wird der Werkverkehr wie folgt definiert: Es handelt sich bei dem Transport um Güter, die dem Unternehmen gehören. Das können etwa Waren sein, die im Betrieb hergestellt, gekauft, verkauft, vermietet, instand gesetzt, bearbeitet oder auch gewonnen wurden.
Wichtig ist, dass diese Fahrten nicht den Hauptzweck des Unternehmens bilden, sondern eine unterstützende Funktion haben. Die Fahrzeuge und Anhänger stehen im Eigentum der Firma oder sind von ihr angemietet, und das Personal und die Fahrer im Werkverkehr gehören zum Belegschaftsstamm des Unternehmens.
Praxis und Organisation – Was ist Werkverkehr?
Werkverkehr ist oft eng mit der Produktions- und Lagerlogistik verzahnt. Rohstoffe gelangen auf direktem Weg in die Fertigung, Halbfertigprodukte werden zwischen Standorten hin- und hergefahren, fertige Waren in Distributionszentren zwischengelagert oder in Filialen gebracht.
Die Organisation liegt in der Regel bei einer eigenen Dispositions- oder Fuhrparkabteilung. Diese plant Routen, teilt Fahrzeuge zu, koordiniert Fahrer, prüft Termine, sorgt für Wartung und Reparatur der Lkw. Manche Unternehmen betreiben dafür eigene Werkstätten, andere setzen auf feste externe Partner.
In der Regel laufen die Transporte nach festen Tourenplänen. Die Disposition muss allerdings auch flexibel reagieren können, wenn etwa eine Maschine in der Montage plötzlich auf ein fehlendes Bauteil wartet. Dann muss umgehend eine Lieferung organisiert werden.
Werkverkehr – Beispiele
Der Werkverkehr ist in nahezu jeder Branche vertreten und die Beispiele sind vielfältig. Handelsunternehmen beliefern ihre Filialen aus einem zentralen Lager und nehmen Retouren gleich wieder mit zurück.
Landwirtschaftliche Betriebe bringen frisch geerntetes Getreide in eigene Trocknungsanlagen oder Waren zu eigenen Verkaufsstellen. In der Bauwirtschaft werden Schalungen, Kräne und Stahlträger selbst auf die Baustellen transportiert. Ein Getränkehersteller bringt täglich Paletten mit Mineralwasser vom Werk ins regionale Depot. Auf dem Rückweg fährt er Leergut und leere Kästen mit.
All das sind eindrucksvolle Beispiele dafür, wie der Werkverkehr, ein bedeutender Teil einer Logistikkette ist.
Unterschied Werkverkehr und Güterverkehr
Der wichtigste Unterschied zeigt sich im Zweck des Transports. Beim Werkverkehr werden ausschließlich eigene Güter befördert und das Unternehmen generiert keine Einnahmen. Die anfallenden Transportkosten werden intern verbucht und gelten nicht als Umsatz.
Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen müssen dennoch bei der Bundesanstalt für Güterverkehr gemeldet werden. Auch hier gelten die Vorschriften zu Tachographen, zu Lenk- und Ruhezeiten und zur Ladungssicherung, genau wie im gewerblichen Güterverkehr.
Auf der anderen Seite wird im gewerblichen Güterverkehr hingegen für Kunden gegen Entgelt gefahren. Das setzt eine entsprechende Genehmigung voraus, zusätzliche Versicherungspflichten und die Einhaltung von Markt- und Wettbewerbsregeln.
Während Werkverkehr Teil der eigenen Wertschöpfungskette ist, stellt gewerblicher Güterverkehr einen eigenständigen Geschäftszweig dar.
Der Werkverkehr ist somit ein fester Bestandteil der Unternehmenslogistik. Er sorgt dafür, dass Material, Maschinen und Waren dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Er ist gesetzlich klar definiert, hält die unternehmenseigenen Prozesse in Gang und spart Zeit und Kosten beim Transport.