Kommissionslager | Definition & Funktion

Ein Kommissionslager dient der Zwischenlagerung von Waren, die bereits für einen konkreten Kunden bestimmt sind. Diese Artikel wurden bestellt, sind bezahlt oder vertraglich zugeordnet und stehen bereit für den Versand. Sie gehören dem Kunden, auch wenn sie sich noch beim Lieferanten oder einem Logistikdienstleister befinden.

Ziel ist es, den Versandprozess zu entzerren. Ware, die vollständig zusammengestellt wurde, bleibt bis zum Abruf geordnet im Lager. Das schafft Spielraum in der Lieferplanung und vermeidet unnötige Transportwege. Besonders bei größeren Bestellungen oder geplanten Abrufmengen ist das von Vorteil.

Was ist ein Kommissionslager? Unsere Definition

Das Kommissionslager ist eine spezielle Form der Lagerhaltung. Anders als in klassischen Lagern, in denen Artikel zur allgemeinen Bevorratung dienen, geht es hier um die Lagerung bereits zugewiesener Ware. Die Produkte sind genau auf einen Auftrag oder Kunden bezogen, oft im Rahmen langfristiger Vereinbarungen.

Der Begriff leitet sich von der Kommissionierung ab. Dabei werden einzelne Artikel aus dem Lagerbestand entnommen, nach Auftrag zusammengestellt und bereitgestellt. Im Kommissionslager wird diese kommissionierte Ware bis zum vereinbarten Zeitpunkt aufbewahrt.

Im Kommissionslager werden keine frei verfügbaren Bestände gelagert. Jeder Artikel gehört zu einer konkreten Lieferung und ist bereits eingeplant. Diese klare Zuordnung sorgt für Übersicht und vereinfacht die weitere Abwicklung.

Das Lager selbst kann beim Hersteller, beim Großhändler oder bei einem externen Dienstleister angesiedelt sein. Entscheidend ist, dass die Ware dort geordnet, vollständig und zugriffsbereit liegt, bis der Kunde sie abruft oder sie automatisch versandt wird.

Besonders in Branchen mit planbarem Bedarf – etwa im Maschinenbau oder bei Bauprojekten – schafft diese Art der Lagerung klare Abläufe. Es wird nur geliefert, was gebraucht wird. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass das Material zur Verfügung steht, wenn es benötigt wird.

Aufgaben und Vorteile

Ein Kommissionslager hat vor allem eine Funktion: Es stellt sicher, dass bestellte Ware im richtigen Umfang und zur richtigen Zeit bereitsteht. Das reduziert den Koordinationsaufwand, senkt Fehlermeldungen und erleichtert die interne Logistik.

Für den Kunden bedeutet das: weniger Lagerdruck, keine aufwendige Annahme vieler Teilsendungen und ein zuverlässiger Überblick über bereits beauftragte Waren.

Auch der Lieferant profitiert. Die Prozesse werden klarer, die Kommissionierung kann unabhängig vom Versand erfolgen, und die Lagerflächen lassen sich gezielter nutzen.

Abgrenzung zum herkömmlichen Warenlager

Ein Kommissionslager unterscheidet sich deutlich vom klassischen Warenlager. In einem herkömmlichen Lager werden Artikel allgemein bevorratet, ohne direkte Zuordnung zu einem bestimmten Kundenauftrag. Die Bestände stehen für verschiedene Verwendungen bereit und werden je nach Bedarf entnommen.

Im Kommissionslager hingegen ist jede Ware einem konkreten Auftrag oder Kunden zugeordnet. Die Artikel wurden bereits bestellt, oft auch bezahlt, und liegen vorbereitet im Lager, bis sie abgerufen oder ausgeliefert werden. Es handelt sich also nicht um beliebige Lagerware, sondern um klar definierte, auftragsbezogene Bestände.

Durch diese Zuordnung lassen sich Prozesse gezielter steuern, Fehler vermeiden und Liefertermine besser einhalten. Das Kommissionslager sorgt somit für mehr Struktur und Übersicht in der Abwicklung kundenbezogener Aufträge.

Einsatzbereiche

Kommissionslager werden häufig in der Industrie eingesetzt. Gerade bei wiederkehrenden Bestellungen oder projektbezogenen Abrufen spielt diese Lagerform ihre Stärken aus.

Typisch sind Anwendungen im Maschinenbau, in der Automobilbranche oder im Großhandel. Auch bei saisonalen Kampagnen oder Rahmenverträgen hat sich dieses Modell bewährt.

Flexibel, planbar und klar strukturiert

Das Kommissionslager bietet eine durchdachte Lösung, um logistische Prozesse effizient zu organisieren. Es schafft feste Strukturen, ohne an Flexibilität zu verlieren, und unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Aufträge zuverlässig abzuwickeln.

Durch die klare Zuordnung der Waren zu konkreten Bestellungen behalten alle Beteiligten den Überblick. Engpässe werden vermieden, unnötige Transporte reduziert und Liefertermine besser eingehalten.

Besonders in Branchen mit hohem Abstimmungsaufwand oder projektbezogenen Lieferungen ist das Kommissionslager ein bewährtes Modell. Es entlastet Lagerkapazitäten, sorgt für reibungslose Übergaben und ermöglicht eine bedarfsgerechte Versorgung. Insgesamt trägt diese Lagerform dazu bei, Prozesse zu vereinfachen und die Lieferkette stabil zu halten.