Durchschnittliche Lagerdauer | Definition & Funktion
Die durchschnittliche Lagerdauer ist eine wichtige Kennzahl in der Logistik. Sie gibt an, wie lange ein Produkt im Mittel, also im Durchschnitt, in einem Lager bleibt, bevor es weiterverarbeitet oder ausgeliefert wird.
Mit diesem Wert lässt sich einschätzen, ob die vorhandenen Bestände passend dimensioniert sind und wie effizient die internen Abläufe funktionieren.
Ein hoher Wert weist darauf hin, dass Waren im Lager verbleiben. Das bindet Kapital und verursacht zusätzliche Kosten. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Wertverlust oder auch Verderb der Waren.
Kurze Lagerzeiten hingegen deuten auf einen schnellen Umschlag hin, können aber zu Engpässen führen, wenn Nachschub nicht rechtzeitig verfügbar ist.
Die Kennzahl hilft somit, den richtigen Ausgleich zwischen ausreichendem Bestand und Wirtschaftlichkeit zu finden.
Durchschnittliche Lagerdauer: Definition
Unter der durchschnittlichen Lagerdauer versteht man die mittlere Verweildauer eines Artikels im Lager. Sie wird in Tagen gemessen und steht in direktem Zusammenhang mit der Umschlagshäufigkeit. Je öfter Bestände bewegt werden, desto kürzer fällt die Lagerdauer aus.
Die Bedeutung dieser Kennzahl hängt stark vom Produkt ab. Bei frischen Lebensmitteln oder leicht verderblichen Rohstoffen müssen die Bestände schnell bewegt werden. Ersatzteile oder saisonale Artikel dagegen können länger im Lager liegen, ohne dass Nachteile entstehen.
Deshalb ist dieser Wert immer im Kontext der jeweiligen Branche und des konkreten Artikels zu bewerten.
Durchschnittliche Lagerdauer: Formel
Zur Berechnung der Kennzahl gibt es zwei Ansätze. Häufig wird die Umschlagshäufigkeit zugrunde gelegt:
360 : Lagerumschlagshäufigkeit = Durchschnittliche Lagerdauer
Die Zahl 360 steht dabei für die vereinfachte Annahme eines Geschäftsjahres.
Alternativ lässt sich die Kennzahl auch über den durchschnittlichen Lagerbestand und den Jahresverbrauch bestimmen:
(Ø Lagerbestand × 360) : Jahresverbrauch = Durchschnittliche Lagerdauer
Beide Varianten liefern vergleichbare Ergebnisse und können je nach verfügbarer Datengrundlage verwendet werden.
Durchschnittliche Lagerdauer: Formel
Ein Unternehmen hält im Durchschnitt 1.000 Stück eines Artikels auf Lager und innerhalb eines Jahres werden 10.000 Stück benötigt. Werden diese Werte in die oben genannte Alternativformel gesetzt, erhält man folgendes Ergebnis:
(1.000 durchschnittlicher Lagerbestand × 360) : 10.000 benötigte Jahresmenge = 36 Tage
Das bedeutet, dass ein Artikel im Mittel etwas mehr als einen Monat im Lager bleibt. Mit dieser Kennzahl können dann Reichweiten, Nachschubintervalle und Bestellmengen besser eingeschätzt werden, was die Planung der Unternehmen wertvoll unterstützt.
Bedeutung in der Praxis
Die durchschnittliche Lagerdauer ist in der betrieblichen Praxis eine feste Größe. Sie zeigt, wie viel Kapital im Lager gebunden und wie sicher die Versorgung gewährleistet ist.
Steigen die Werte zu stark an, drohen erhöhte Lagerkosten und die Gefahr, dass Waren veralten oder unbrauchbar werden. Liegt die Lagerdauer dagegen zu niedrig, kann es passieren, dass Aufträge wegen Mangelbeständen nicht rechtzeitig erfüllt werden.
Es ist wichtig, dass diese Kennzahl regelmäßig überprüft und mit weiteren Größen kombiniert wird. Dazu zählen die Lagerreichweite oder die Umschlagshäufigkeit.
Zusammen ergeben diese Kennzahlen ein genaues Bild darüber, wie effizient das Lager arbeitet und wo Anpassungen notwendig sind.
Durchschnittliche Lagerdauer: Steuerung von Kosten und Verfügbarkeit
Die durchschnittliche Lagerdauer macht sichtbar, wie lange Waren tatsächlich im Lager verweilen. Sie schafft Transparenz über Bestände und hilft, Kapitalbindung und Kosten zu steuern.
Unternehmen, die diesen Wert konsequent beobachten, können ihre Versorgungssicherheit verbessern und zugleich die Wirtschaftlichkeit ihrer Logistik erhöhen. Somit ist diese Kennzahl ein unverzichtbares Instrument moderner Lagerplanung.