Speditionsvertrag | Aufgaben & Pflichten einer Spedition

Ein Speditionsvertrag regelt die gewerbsmäßige Organisation von Güterverkehrsendungen. Der Versender beauftragt die Spedition mit der Organisation des Transports. Die Hauptaufgaben der Spedition umfassen die Auswahl des Beförderungsmittels und -wegs sowie die Beauftragung eines geeigneten Frachtführers. Zudem muss die Spedition mögliche Schadenersatzansprüche des Versenders sichern.

Während des gesamten Transportprozesses ist die Spedition verpflichtet, die Interessen des Versenders zu wahren, den Frachtführer anzuweisen und dessen Einhaltung der Vorgaben zu überwachen.

Speditionsvertrag Definition – Was ist ein Speditionsvertrag?

Ein Speditionsvertrag ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen einem Speditionsunternehmen und einem Auftraggeber, in der die Organisation des Transports von Waren geregelt wird. Er bildet die rechtliche Grundlage für die Abwicklung von Gütertransporten und legt die Rechte sowie Pflichten der beteiligten Parteien fest.

Gemäß den Allgemeinen Deutschen Speditionsbedingungen (ADSp) übernimmt der Spediteur die Aufgabe, Waren sicher und effizient von einem Ausgangspunkt zu einem definierten Zielort zu befördern. Für diese Dienstleistung erhält der Spediteur eine vereinbarte Vergütung.

Ein Speditionsvertrag nach § 453 HGB verpflichtet den Spediteur zur Beförderung und Zustellung der Güter, während der Auftraggeber zur Zahlung der Vergütung verpflichtet ist. Laut § 454 HGB umfasst die Organisation des Transports unter anderem:

  • Die Wahl des geeigneten Beförderungsmittels und -wegs
  • Die Beauftragung qualifizierter Transportdienstleister
  • Den Abschluss notwendiger Verträge für Versand, Lagerung und Spedition
  • Die Weitergabe relevanter Anweisungen und Informationen
  • Die Sicherung möglicher Schadenersatzansprüche

 

Ein Speditionsvertrag nach ADSp stellt somit eine essenzielle Grundlage für eine rechtssichere und reibungslose Transportabwicklung dar.

Die Allgemeinen Deutschen Speditionsbedingungen (ADSp) sind ein branchenüblicher Standardvertrag, der die Geschäftsbeziehung zwischen einer Spedition und ihrem Kunden regelt.

Unterschied Frachtvertrag Speditionsvertrag – Wer ist Spediteur gemäß HGB?

Der Spediteur übernimmt gemäß §§ 453 ff. HGB die gewerbsmäßige Organisation von Güterversendungen. Er handelt dabei im eigenen Namen, jedoch im Auftrag und auf Rechnung des Versenders. Der Spediteur organisiert den Transport, führt ihn jedoch nicht selbst durch – das ist Aufgabe des Frachtführers.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Frachtvertrag und Speditionsvertrag liegt in der Verantwortung:

  • Beim Speditionsvertrag kümmert sich der Spediteur um die Organisation des Transports, beauftragt geeignete Frachtführer und sorgt für eine reibungslose Abwicklung.
  • Beim Frachtvertrag hingegen verpflichtet sich der Frachtführer, die Waren tatsächlich von A nach B zu transportieren.

 

In der Praxis kann ein Unternehmen sowohl als Spediteur als auch als Frachtführer auftreten, was die Unterscheidung oft verschwimmen lässt. Rechtlich kann dieser Unterschied jedoch entscheidend sein – insbesondere bei Schadensfällen oder Haftungsfragen.

Sorgfaltspflichten des Spediteurs im Speditionsvertrag

Nach Annahme eines Auftrags unterliegt der Spediteur verschiedenen Sorgfaltspflichten.

Er muss die Durchführbarkeit des Transports prüfen und sicherstellen, dass keine Mängel vorliegen. Fahrzeuge, Lademittel und Ladungssicherung müssen einwandfrei sein und den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, insbesondere bei Gefahrgut. Zudem ist qualifiziertes und geschultes Personal erforderlich.

Bei grenzüberschreitenden Transporten übernimmt der Spediteur die Zollabfertigung. Außerdem besteht eine Informationspflicht, wenn es zu Schäden oder Verzögerungen kommt.

Auf Wunsch des Auftraggebers hat der Spediteur eine Transportversicherung abzuschließen.

Um die Unversehrtheit der Ware zu gewährleisten, ist er verpflichtet, an jeder Schnittstelle – also bei Umladungen, Eigentumsübergängen oder Zwischenlagerungen – die Fracht auf Schäden und Vollständigkeit zu prüfen.

Bei der Ablieferung muss der Spediteur die ordnungsgemäße Übergabe dokumentieren und den Erhalt der Ware quittieren.

Speditionsdokumente, Vergütung und Rolle des Spediteurs

Während der Frachtführer das Gut transportiert, sorgt der Spediteur für eine reibungslose Abwicklung. Die Vergütung wird fällig, sobald die Ware dem Frachtführer übergeben wird (§ 457 HGB). Nutzt der Spediteur sein Selbsteintrittsrecht und transportiert selbst, gilt er als Frachtführer.

Gemäß §§ 461, 462 HGB haftet der Spediteur für Verlust oder Schäden, die bei ihm oder den beauftragten Frachtführern entstehen. Zudem hat er ein gesetzliches Pfandrecht am Transportgut zur Sicherung seiner Forderungen.

Wer ist Spediteur im Rahmen des Speditionsvertrags gemäß HGB?

Laut §§ 453 ff. HGB ist eine Person dann Spediteur, wenn sie gewerbsmäßig die Organisation von Güterversendungen durch Frachtführer oder Verfrachter von Seeschiffen im eigenen Namen übernimmt, jedoch im Auftrag und für Rechnung eines anderen, des Versenders. Ein Spediteur ist immer ein Kaufmann gemäß § 1 HGB, was ihn von der allgemeinen Definition im Sprachgebrauch unterscheidet.