Laufzeit | Definition & Bedeutung in der Logistik

Die Laufzeit bezeichnet die Zeitspanne, die ein Gut oder eine Ware von der Abholung bis zur Auslieferung benötigt. In der Logistik ist die Laufzeit ein kritischer Faktor, der die Planung und Organisation von Transport- und Lagerprozessen maßgeblich beeinflusst. Verschiedene Faktoren wie die Transportdauer, die Lagerungsdauer und die Bearbeitungszeit können die Laufzeit beeinflussen. Eine genaue Kenntnis der Laufzeit hilft Unternehmen, ihre Prozesse zu optimieren und die Effizienz zu steigern.

Die verschiedenen Arten von Laufzeiten im Hauptlauf in der Logistik

In der Logistik gibt es verschiedene Arten von Laufzeiten im Hauptlauf, abhängig von Transportmittel, Entfernung, Warenart und weiteren Einflussfaktoren. Die wichtigsten Laufzeitarten im Hauptlauf sind:

 

Reguläre Laufzeit

  • Die Standardlaufzeit für eine bestimmte Route und ein Transportmittel.
  • Beeinflusst durch Verkehrsaufkommen, Wetterbedingungen und saisonale Schwankungen.

 

Expresslaufzeit

  • Schnellere Beförderung durch Priorisierung oder Nutzung schnellerer Transportmittel (z. B. Luftfracht statt Seefracht).
  • Höhere Kosten, aber kürzere Lieferzeiten.

 

Just-in-Time (JIT)-Laufzeit

  • Exakte Abstimmung der Laufzeit auf Produktions- oder Vertriebsprozesse.
  • Reduzierung von Lagerhaltungskosten durch punktgenaue Anlieferung.

 

Zeitfenster-Laufzeit

  • Lieferung innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters (z. B. zwischen 08:00 und 12:00 Uhr).
  • Wichtig für Handelsketten, Bauprojekte und empfindliche Güter.

 

Nachtexpress-Laufzeit

  • Lieferung erfolgt über Nacht, sodass die Ware am nächsten Morgen zur Verfügung steht.
  • Häufig in der Ersatzteillogistik oder im E-Commerce genutzt.

 

Sammelgut-Laufzeit

  • Laufzeit variiert je nach Konsolidierung der Sendung mit anderen Waren.
  • Günstiger als Direkttransporte, aber mit längerer Dauer.

 

Direktverkehr-Laufzeit

  • Ohne Umladung oder Zwischenstopps, daher oft schneller.
  • Geeignet für eilige oder besonders empfindliche Waren.

 

Multimodale Laufzeit

  • Kombination verschiedener Verkehrsträger (z. B. Lkw, Bahn, Schiff, Flugzeug).
  • Laufzeit variiert je nach Umstiegszeiten und Transportmittel.

 

Jede Laufzeitvariante hat spezifische Vorteile und wird je nach Anforderung der Lieferkette gewählt.

Faktoren, die die Durchlaufzeit in der Logistik beeinflussen

Die Durchlaufzeit in der Logistik wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die es zu verstehen gilt, um effiziente Abläufe zu gewährleisten. Zunächst spielen die Größe und die Art der transportierten Waren eine zentrale Rolle. Empfindliche Güter erfordern oft eine schnellere Lieferung, während der Transport großer Mengen mehr Zeit in Anspruch nehmen kann. Geografische Gegebenheiten, wie die Entfernung zwischen dem Ursprungsort und dem Zielort, wirken sich ebenfalls auf die Laufzeit aus.

Interne Prozesse, wie die Bearbeitung von Bestellungen und logistische Planung, können den Ablauf zusätzlich verzögern. Lange Durchlaufzeiten stellen ein Problem dar, da sie die Effizienz mindern und die Kosten eines Unternehmens erhöhen können. Auch externe Einflüsse wie Verkehrslage und Wetterbedingungen müssen berücksichtigt werden.

Um die Durchlaufzeit zu optimieren, sollten Unternehmen proaktiv auf diese Faktoren reagieren. Dies kann durch gezielte Maßnahmen wie Schulungen zur Prozessoptimierung und verbessertes Time-Management geschehen. Eine kontinuierliche Analyse und Anpassung der internen Abläufe sowie eine flexible Reaktion auf externe Bedingungen tragen hierzu bei. Effizientere Prozesse führen zu einer Reduktion der Durchlaufzeit, was letztlich die Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität eines Unternehmens verbessert.

Berechnung und Analyse der Laufzeit

Die Berechnung der Laufzeit ist ein wesentlicher Schritt in der Logistik. Mithilfe von Formeln und Algorithmen kann die Laufzeit in verschiedene Komponenten wie Transportzeit, Lagerungsdauer und Bearbeitungszeit unterteilt werden. Eine detaillierte Analyse der Laufzeit ermöglicht es Unternehmen, Schwachstellen in ihren Logistikprozessen zu identifizieren und gezielt zu verbessern. Durch die Optimierung der Laufzeit können Unternehmen ihre Effizienz steigern und die Kosten senken.

Berechnung der Laufzeit

Die Laufzeit (LTLT) eines Transports setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

Grundformel für die Laufzeitberechnung:

LT=H+W+U+RLT=H+W+U+R

 

Erklärung der Variablen:

  • HH = Hauptlaufzeit (tatsächliche Transportzeit vom Start- zum Zielort)
  • WW = Wartezeiten (z. B. Verzögerungen an Umschlagpunkten, Zollabfertigung)
  • UU = Umschlagszeiten (Be- und Entladung, Terminalwechsel bei multimodalen Transporten)
  • RR = Risikopuffer (Verkehrsstaus, Wetterbedingungen, Streiks)

 

Beispiel für eine Lkw-Transportlaufzeit:

Fahrt von Hamburg nach München (800 km) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h

  • Hauptlaufzeit: 800 km÷80 km/h=10 Stunden
  • Warte- und Umschlagszeiten: 2 Stunden
  • Risikopuffer: 1 Stunde
  • Gesamtlaufzeit: 13 Stunden